Allgemein

Feedforward für erfolgreiche Change-Prozesse

By 27. Januar 2021 No Comments

Lösungsorientierte Kommunikation zwischen Führungskraft und Belegschaft als Schlüssel für erfolgreiche Veränderungsprozesse

Die Häufigkeit von organisationalen Veränderungen steigt rapide

In der heutigen VUCA-Welt (unbeständig, unsicher, komplex, mehrdeutig) befinden wir uns konstant in Veränderungen. Der Change kann umfangreich und tiefgreifend sein, wie von der Regierung verordnetes Homeoffice oder oberflächlicher wie z.B. ein Umzug in ein neues Büro. Die neue Realität der “konstanten Veränderung” bestreitet heute niemand mehr. Doch Strategien, um die stetigen Veränderungen bestmöglich zu meistern, haben viele Organisationen noch nicht verinnerlicht.

Die Erwartungen an Change Projekte werden in den meisten Fällen nicht erfüllt

Change Projekte in Unternehmen bleiben deshalb meistens hinter den Erwartungen zurück. Ein neues Forschunsprojekt der Heinrich-Heine-Universität zeigt auf, dass der Hauptgrund dafür ist, dass es vielen Organisationen nicht gelingt, die Mitarbeiter*innen richtig zu involvieren und so zu Mitstreiter*innen zu machen. Damit die Mitarbeitenden die Veränderungen konstruktiv angehen und positiv mittragen, gibt es verschiedene Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen: Bei der Information über den Change muss darauf geachtet werden, dass sich die Mitarbeitenden mit der Veränderung identifizieren können. Die Mitarbeiter*innen müssen wissen, dass ihre Stimme wichtig ist, dass sie ernst genommen werden und etwas bewirken können. Falls diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, ist ihre Bereitschaft, eine Veränderung zu unterstützen gering.

Kommunikation zwischen Basis und Middle-Management

Bei einem Change kommt es immer auch zu informeller Kommunikation in der Belegschaft. Es können Gerüchte entstehen, die den Change negativ beeinflussen. Die Studie zeigt, dass die positive, lösungsorientierte Kommunikation zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden ganz zentral für das Gelingen der Veränderung ist.

Die Autorin, Dr. Stefanie Faupel, belegt, dass es wichtig ist, die informelle Kommunikation das sogenannte “Employee Voice” positiv zu steuern, damit alle Beteiligten dem Change positiv gesinnt sind. Denn, wenn Mitarbeitende nur auf Probleme hinweisen (vorbeugendes “Voice”, Feedback) nehmen Führungspersonen dies eher als Kritik an sich selber wahr, reagieren mit einer Abwehrhaltung und sind dem Change auch eher negativ gesinnt.

Aber gerade für Führungspersonen im mittleren Management ist es laut Dr. Faupel zentral, dass konkrete Umsetzungsvorschläge für den Change kommuniziert werden, sogenanntes “lösungsorientiertes Voice” oder Feedforward. Bei solchen Inputs nehmen die Führungskräfte die Mitarbeitenden als Unterstützer wahr. Sie lassen sich inspirieren und zeigen dadurch auch selber mehr Engagement und Positivität dem Change gegenüber.

Die Entwicklung der positiven, lösungsorientierten Kommunikation als Hauptaufgabe

Ein erfolgreicher Veränderungsprozess hängt also stark von der richtigen Kommunikationskultur ab. Deshalb sollte bei Change-Vorhaben die Kommunikation zwischen den verschiedenen Ebenen genau im Auge behalten und in die gewünschte Richtung entwickelt werden. Positives, lösungsorientiertes Kommunizieren zwischen Führungsperson und Mitarbeiter*innen, kann zum Beispiel mit dem Feedforward-Ansatz aus der Positiven Psychologie methodisch und strukturiert entwickelt werden.